Das Kippenberg-Gymnasium kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

August Kippenberg von Hans Lehmkuhl ?1951

 

1859 gründete August Kippenberg die Schule als Lehrerinnenseminar, da er die Bildung der weiblichen Bevölkerung verbessern wollte, die damals vernachlässigt wurde. Am 14. April 1872 erhielt das Kippenberg-Gymnasium die Konzession zur Errichtung einer höheren Töchterschule. Das Kippenberg-Gymnasium entwickelte sich in den folgenden Jahren zur wohl größten höheren Mädchenschule ganz Deutschlands. 1882 hatte es bereits mehr als 750 Schülerinnen.

Johanne Kippenberg

Als August Kippenberg (externer Link) 1889 starb übernahmen seine Frau Johanne Kippenberg, geb. Koch und später sein Sohn August die Leitung der Schule. Damals war das Schulgebäude noch in der Straße "Am Wall".
Nach dem 1. Weltkrieg sanken aufgrund der wirtschaftlichen Not die Schülerzahlen und 1922 verlor die Schule endgültig den Status einer Privatschule. Das gesamte höhere Mädchenschulwesen wurde verstaatlicht.
Nach den Wirren des 2. Weltkriegs und der Nachkriegszeit fand das Kippenberg-Gymnasium schließlich auf dem heutigen Gelände eine neue Heimat (die alte Schule wurde durch Luftangriffe zerstört). Die alte Vietor-Villa auf dem Gelände wurde integriert und Mitte der 50er Jahre zog die ganze Schule in die z.T. neu errichteten Gebäude an der Schwachhauser Heerstraße um.

Die beiden Gemälde, die im Lehrerzimmer der Schule hängen, zeigen Prof. August Kippenberg, den Sohn des Schulgründers und dessen Mutter Johanne Kippenberg, die Ehefrau des Schulgründers.

Einige besonders hervorzuhebende Daten der Schulgeschichte seien hier aufgelistet:

  • 1859 Gründung der Schule als Lehrerinnenseminar durch August Kippenberg in der Pelzerstraße.
  • 1868 hieß die Schule "Lehranstalt für erwachsene Töchter und Lehrerinnenseminar von August Kippenberg und seiner Frau Johanne Kippenberg" .
  • 1870 Bezug des Schulgebäudes Am Wall 102 (bis zur kriegsbedingten Zerstörung 1944),
    die Schule umfasste Elementarklassen, höhere Mädchenklassen und das Seminar, ab 1873 hieß sie „Höhere Töchterschule“.
  • 1912 Umbenennung in „Lyzeum von August Kippenberg“.
  • 1922 Verstaatlichung der bis dahin privaten Kippenberg-Schule zum „Städtischen Oberlyzeum August Kippenberg“, ab 1933 „Kippenberg-Schule, Oberschule für Mädchen – sprachliche Form“.
  • 1953 Bezug des Schulgebäudes an der Schwachhauser Heerstraße 62 (ehemalige Villa Kapff), nachdem die Schule sich seit 1945 das Gebäude an der Hermann-Böse-Straße mit dem dortigen Gymnasium teilen musste. Übernahme des Vietor-Hauses (Biermann-Villa, Haus V) und Aufbau der heutigen Schulgebäude in den folgenden Jahren (1968 Abriss der Villa Kapff).
  • 1957 Das Kippenberg-Gymnasium wird zum „neusprachlichen und musischen Gymnasium" für Mädchen.
  • 1971 Einführung der Koedukation am Kippenberg-Gymnasium.
  • 1978 – 2004 werden der 5. und 6. Jahrgang als Klassen der schulformunabhängigen Orientierungsstufe organisiert, bis 1992 sind einzelne dieser Klassen als Dependance in der Schule an der Lothringer Straße untergebracht.
  • 1994 Einführung des Kunst-Musik-Zweiges: Kunst und Musik werden in sogenannten Profilklassen als Hauptfächer unterrichtet.
  • 2000 Beginn des Modellversuchs zur Verkürzung des gymnasialen Bildungsweges von neun auf acht Jahre.

Zum Weiterlesen: Ursula Myke, Hermann Pribbernow, 150 Jahre Kippenberg: Von Töchterschule und Lehrerinnenseminar zum modernen Gymnasium, Bremen 2009.

   

Schwachhauser Heerstr. 62-64, 28209 Bremen